15. Warum mir Nein sagen manchmal schwerfällt

Nein zu sagen fällt mir nicht immer leicht.

Vielleicht kennst du das auch.

Jemand fragt dich, ob du helfen kannst.

Ob du Zeit hast.

Ob du noch etwas übernehmen kannst.

Und obwohl dein Inneres eigentlich Nein sagt, hörst du dich sagen:

„Ja, ich mache das.“

Nicht, weil du es wirklich möchtest.

Sondern weil du niemanden enttäuschen willst.

Ich kenne dieses Gefühl.

Auch ich habe oft Ja gesagt.

Aus Hilfsbereitschaft.

Aus Verantwortungsgefühl.

Oder weil ich dachte, dass man das eben so macht.

Doch irgendwann habe ich gemerkt:

Wenn ich immer Ja zu anderen sage, obwohl ich Nein meine, sage ich gleichzeitig Nein zu mir selbst.

Das hat mich nachdenklich gemacht.

Heute frage ich mich in solchen Momenten:

Möchte ich das wirklich?

Oder tue ich es nur, weil ich glaube, es tun zu müssen?

Nicht jedes Nein fällt leicht.

Manchmal habe ich auch heute noch ein ungutes Gefühl dabei.

Aber ich habe gelernt, dass ein Ja, das sich für mich nicht richtig anfühlt, am Ende niemandem guttut.

Weder mir noch dem anderen.

Die Berge haben mich gelehrt, auf mich zu hören.

Nicht jeder Weg muss gegangen werden.

Nicht jede Einladung muss angenommen werden.

Nicht jede Aufgabe gehört zu mir.

Ich darf auswählen.

Ich darf Grenzen setzen.

Und ich darf Nein sagen.

Nicht gegen andere.

Sondern für mich.

Denn jedes ehrliche Nein kann gleichzeitig ein liebevolles Ja zu mir selbst sein.

Und genau das ist für mich keine Schwäche.

Sondern eine Form von Selbstfürsorge.

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