Gedanken aus den Bergen

Worauf warte ich eigentlich?

Ich höre immer wieder Menschen sagen:

„Das würde ich auch gerne machen.“

Eine Reise.

Eine Weiterbildung.

Ein Bergretreat.

Mehr Zeit für sich.

Etwas im Leben verändern.

Und oft folgt kurz darauf ein Aber.

Jetzt gerade nicht.

Vielleicht später.

Wenn mehr Zeit ist.

Wenn es besser passt.

Und manchmal frage ich dann ganz ruhig:

Worauf wartest du eigentlich?

Nicht, weil ich jemanden überzeugen möchte.

Sondern weil ich glaube, dass viele Menschen tief in sich bereits wissen, was sie möchten.

Oft fehlt nicht der Wunsch.

Sondern die Entscheidung.

Ich habe das selbst erlebt.

Mit 60 Jahren noch einmal die Schulbank zu drücken und die Ausbildung zur Wanderführerin sowie zur Natur- und Landschaftsführerin zu machen, war keine spontane Idee.

Es war eine Entscheidung.

Natürlich war mir bewusst, dass Lernen nicht leichter wird.

Dass Themen auftauchen würden, mit denen ich mich lange nicht mehr beschäftigt hatte.

Und trotzdem war für mich klar:

Ich möchte das.

Also bin ich losgegangen.

Nicht, weil es einfach ist.

Sondern weil es mir wichtig ist.

Es gibt Wünsche.

Es gibt Entscheidungen.

Und es gibt Ausreden.

Ich bin allen dreien schon begegnet.

Und ich weiß, wie schön es sich anfühlt, wenn aus einem Wunsch eine klare Entscheidung wird.

Weil plötzlich Klarheit da ist.

Weil sich der Fokus verändert.

Weil ich nicht mehr darüber nachdenke, ob ich etwas machen möchte.

Sondern wie ich es möglich machen kann.

Das bedeutet nicht, dass der Weg leichter wird.

Aber er wird klarer.

Die Berge erinnern mich immer wieder daran.

An einer Weggabelung kann ich eine Zeit lang stehen bleiben.

Aber irgendwann muss ich entscheiden.

Gehe ich weiter?

Gehe ich zurück?

Oder bleibe ich stehen?

Nur eines passiert selten:

Dass der Weg sich von alleine entscheidet.

Vielleicht beginnt Veränderung mit einer ehrlichen Frage:

Worauf warte ich eigentlich?

Und wenn ich die Antwort kenne,

dann darf ich den ersten Schritt gehen.

Nicht den ganzen Weg.

Nicht alles auf einmal.

Nur den ersten Schritt.

Denn jeder Weg beginnt mit einer Entscheidung. Ob in den Bergen oder im Leben. Und manchmal führt beides zum gleichen Ziel: zurück zu uns selbst.

Der Weg in den Bergen.

Und genauso der Weg zu uns selbst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert